Im Glas strahlendes, helles Bernstein. Der Wein zieht deutliche Kirchenfenster im Glas, was eine hohe Extraktdichte vermuten lässt. Die Nase eine Wucht von einem buntem Kräuterstrauß aus Thymian, Majoran und etwas Dill, daneben deutliche Mineralik, Feuerstein und feinste Petrolnoten, die das aufkommende Alter zart anzeigen. Nach einer Weile kommen auch Fruchtaromen von Mirabelle und gelben Steinfrüchten hinzu. Im Mund erneut kräutrige Noten, es dominieren jedoch reife Früchte wie gelber Pfirsich und Apfel mit spürbarer Restsüße. Im Gegensatz zur Nase nun sehr rund, fast einschmeichelnd aber mit wahrnehmbarer Säurestruktur und schöner Mineralik. Ein sehr verspielter, überraschender Riesling mit dezentem Säurespiel und sehr gutem Abgang. Wer die unterschiedlichen Stilistiken von Mosel und Rheingau liebt, findet hier die perfekte Verbindung. Ein wirklich großer Elsässer, der aber seinen Preis hat!
Im Fachhandel, 34 Euro, 93 Punkte (ausgezeichnet), bis 2012
