Emrich-Schönleber Riesling Spätlese Monzinger Halenberg, 2006

95 Punkte in Wein Plus, 89 Punkte in Gault Millau und wer die Weinszene verfolgt, kennt die Welten zwischen diesen beiden Bewertungen. Die hohe Wertung in Wein Plus ist umso erstaunlicher, als es sich um die „einfache“ Spätlese handelt, das große Gewächs erhielt in Wein Plus gar 97 Punkte; die beste Wertung für trockenen Riesling in 2006. Die Vorfreude bei uns ist also groß und lässt auch nicht beim Blick in das Glas nach; strahlend glänzend präsentiert er sich in einem schönen Strohgelb. In der Nase ist der Wein sehr stoffig, mit deutlichen Schwefeltönen und mineralischen Noten nach kandierten Zitronen, daneben Anklänge von Kräutern, reifem Pfirsich und einem Hauch von Fenchel, insgesamt eingebunden von einer, die Nase kitzelnden Säure. Im Mund wieder angenehm stoffig und sehr saftig mit einer angenehm zurückhaltenden Süße. Diese ist perfekt eingebunden, jedoch nicht ganz zwingend. Der Wein könnte etwas straffer, mit mehr Druck am Gaumen ausgestattet sein, es fehlt ihm etwas an Tiefe. In seiner filigranen Stilistik ist er aber enorm vielschichtig und verspielt, sicherlich noch sehr jun, und daher etwas schlank, aber schon jetzt ein tolles Erlebnis für Liebhaber eleganter restsüßer Rieslinge mit Vorliebe für eine schlanke Stilistik. Insgesamt ein tolles Riesling-Erlebnis zum Schnäppchenpreis, dass jedoch aus unserer Sicht nicht die hohe Bewertung in Wein Plus rechtfertigt.

Im Fachhandel, 15 Euro, 90+ Punkte (hervorragend), bis 2016+

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