Bodegas Anima Negra, AN/2, 2004

2004-an-24Diese Cuvée aus den autochthonen mallorcinischen Sorten Callet und Manto Negro sowie Cabernet Sauvignon ist das, was ich als eine „verpasste Chance“ bezeichnen würde. Hier hätte die Bodega einen eigenständigen Wein erzeugen können, der durch seine eigene Stilistik zu gefallen wüsste. Herausgekommen ist statt dessen ein international austauschbar wirkender Wein, der auch in vielen anderen Regionen dieser Erde hätte wachsen können. Auch wenn es nur der Zweitwein dieser Bodega ist, hätte man hier vielleicht doch mehr Mut zur Eigenständigkeit wagen können, denn die inseleigenen Traubensorten geben dies schon her.

Der Wein zeigt sich mit dichtem Purpurrot und hat noch einen dunkleren Kern. In der Nase reife Beerenfrucht, Johannisbeere, dezent auch Kirsche und mediterane Kräuter. Daneben dominant geprägt von Kakao- und Holzwürzenoten, der Alkohol wirkt zu präsent.  Im Mund herbe Kräuter, wenig Säure, ist hier ebenfalls holzdominiert, von internationaler Stilistik. Neben den Beerenfrüchte bietet der Wein derzeit vorallem viel Holz und – gepflegte Langeweile, wenn auch auf relativ gutem Niveau. Am Gaumen mit kräftigem, kaum geschliffenen Tannin, der Alkohol ist hier zu präsent. Der Wein endet kurz bis schon mittellang mit deutlichen Schokonoten und Kirschen, hat derzeit aber insgesamt nur wenig Charme; ich habe auch Zweifel, ob sich daran noch etwas mit mehr Reife ändern wird. Offen probiert, eine Stunde in der Karaffe belüftet.

Im Fachhandel, 14 Euro, 82 Punkte (gut), bis 2012.

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