Argiolas Cannonau di Sardegna „Costera“, 2005

2005-cocs6Sommerzeit ist Grillzeit. Wenn da die lästige Schafskälte nicht wäre. Andererseits ist diese auch kein überzeugender Grund, sich die Rostfreude vergellen zu lassen. Puristisch angehauchte Grillchefs schwören natürlich auf ein kühles Bier zum Steak, wir versuchten uns diesmal, gerade weil die Hitze ausgeblieben war, mit einem Sarden im Glas, einer Cuvée aus 90 % Cannonau, 5 % Carignano und 5 % Bovale Sardo — einer autochthonen sardischen Traube, die einen leicht herbwürzigen Charakter hat.

Dunkles Schwarzrot mit pupurfarbenen Reflexen am Rand. In der Nase Schwarzkirsche, dazu spannende florale Töne, die an Flieder und Veilchen erinnern, etwas kirschlikörig, rauchig. Im Antrunk eher rustikal, zunächst fällt wieder der Kirschlikör auf, dann Flieder, schwarzer Pfeffer und Bitterschokolade. Der Wein ist mit einer kräftigen Säure versehen, ihm dürfte als Solist der Charme fehlen, als Begleiter eines knusprigen Steaks ist der Auftritt aber überaus stimmig. Am Gaumen knapp mittellang, etwas herb trocknendes Tannin.  Wie beschrieben, ein guter Begleiter zum rustigen Anlass, aber eher kein Wein, der lange in Erinnerung bleiben muss — obwohl mir diese floralen Töne durchaus gefallen haben. 1 Stunde in der Karaffe belüftet, dann offen getrunken.

Im Fachhandel, 8,50 Euro, 83 Punkte (gut), in 2009 austrinken

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