Agricola Punica Isola dei Nuraghi Montessu IGT, 2005

Im Glas ein blickdichtes dunkles Purpurrot ohne nennenswerte Aufhellungen. Die eher zarte Nase ist dominiert von Blaubeeren, säuerlicher Brombeere, Herrenschokolade und kaltem Rauch. Leicht laktische Noten treten hinzu, die Blaubeere wird zum Blaubeerjoghurt. Ätherische Noten runden den insgesamt gelungenen Auftritt der Nase ab.

Im Mund erweist sich dieser Sarde überraschend ätherisch kühl, eher schlanker Körper, Brombeere und Heidelbeere dominieren die Aromatik dieser angenehm süßefreien Frucht. Kräftige Säurestruktur, die nicht gänzlich eingebunden ist und leicht prägnant vorsteht. Feines, aber austrocknendes Tannin – aromatisch zwar mit Herrenschokolade und balsamischen Noten einhergehend, ich glaube aber nicht, dass der Wein diesbezüglich mit mehr Reife nochmals in einen ausgeglichenen Zustand übergeht. Zu einem Fleischgericht aber etwas weniger anstrengend. Schokoladen und Blaubeernoten auch im knapp mittellangen Nachhall – leider kippt der Wein im Finale noch merklich ins alkoholische – es bleibt eine Reminiszenz an etwas alt gewordenes „Mon Cherie“.

Letzteres hätte der Wein sich auch gut & gerne sparen können… denn bis dahin war diese Cuvée aus 60 % Carignano sowie je 10 % Merlot, Syrah, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc durchaus ordentlich zu trinken – vielleicht hätte ich ihn aber auch schon ein oder zwei Jahre früher öffnen sollen. Da es eine Einzelflasche war, entfällt der Kollateralschaden.

Offen verkostet und dann undekantiert getrunken.

Im Fachhandel, 18 EUR, 84 Punkte (gut), jetzt trinken

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