Weingut Johner Cuveé Weissburgunder & Chardonnay, 2010

Nachverkostung am 14. Juli 2014

In der Nase ein gemüsiger Ton, reife gelbe Birne, man ahnt den Holzeinsatz (ob der Wein wirklich im Holz war – ich weiss es gar nicht, aromatisch scheint das aber so und erinnert an einen Wein aus „großem Holz“, wenn nicht gar Zweitbelegung eines Barrique – egal, es passt…).

Prägend ist die gelbe Birne und eine deutliche Spur Krokant und gehackte Nüsse. Nicht charmant-süßlich, sondern mit Charakter und Ernsthaftigkeit, die man in diesem vermeintlichen „Speisenbegleiter“ so gar nicht erwartet.

Straffer, tockener Antrunk. Der Wein wird von einer mineralischen Ader durchzogen, wirkt hier deutlich fruchtärmer und straffer, es als es die Nase erwarten ließ. Karg bleibt der Wein aber nicht, eine wohldosierte Fruchtsüße puffert die frische Säure ab und sorgt für Harmonie.  Sehr schön zu Gemüsegerichten/Fisch. Balanciert im Alkohol, auch im mittellangen, harmonischen Finish.

Ab Hof gekauft, 15 Euro, 89 Punkte (sehr gut), jetzt bis 2014

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Erstverkostung am 24.06.2012

Bischoffingen im Spätherbst 2011. Samstag Nachmittag, kurz vor sechs Uhr abends. Wir rollen in der Dämmerung auf den Hof, in der Hoffnung, die Johners würden uns noch schnell ein paar Flaschen ab Hoftor verkaufen, weder einen Verkostungstermin hatten wir ausgemacht noch kamen wir während der gängigen Öffnungszeiten des Weinguts. Aber im Verkostungsraum brannte noch Licht – und so klingelten wir einfach auf gut Glück…

Frau Johner öffnete uns, Sie bestand sehr gastfreundlich darauf, dass wir nicht einfach ein paar Flaschen mitnähmen, nein, wir sollten doch gerne hereinkommen und auch die (durchaus lohnenswerte) aktuelle Weinkollektion probieren. Abendessen gäbe es bei den Johners heute eh erst um Sieben, es bliebe also noch Zeit… alles kein Problem. Und ehe wir uns versahen, saßen wir am Verkostungstisch und probierten und disktutierten. Über den Jahrgang, die Weine und die Weingutsentwicklung in der neuen Welt… Herr Johner gesellte sich noch hinzu – und wenn man seinen Ausführungen folgt und seine leuchtenden Augen bemerkt – dieser Winzer trägt den Weinbau und die Begeisterung hierfür wirklich tief im Herzen.

Einer der Weine, die dann an diesem Abend den Weg in unseren Kofferraum fanden, war diese Cuveé aus Weissburgunder und Chardonnay aus dem Jahr 2010:

Helles strohgelb. Eine animierende Nase mit leicht gemüsige Noten, reifen birnig-melonigen Komponenten und erdigen Tönen, etwas Zitrus und einer Spur Fenchel. Animierend und markant verspielt. Mit mehr Luft kommen noch frisch gehackte Nüsse hinzu. Würzig-birniger Antrunk, mittlerer bis schon voller Körper. Die Cuveé hat einen birnigen Fruchtkern, umspielt von einer mineralischen Hülle. Frische und rassige Säure, stimmig mit der Frucht verwoben. Birnig-fruchtsüßer, von mineralischen Eindrücken und Säurefrische geprägter deutlich mittellanger, facettenreicher Nachhall, im Alkohol kräftig, aber in Balance.

Ein harmonischer Essensbegleiter mit fruchtiger Eleganz und mineralischem Ausdruck – perfekt als kraftvoller Essensbegleiter sicherlich nicht nur zum Spargel. Hätte sicherlich auch zum Abendessen bei den Johners gepasst- an besagtem Samstag wahrscheinlich aber erst kurz vor Acht…

Ab Hof gekauft, 15 Euro, 88 Punkte (sehr gut), jetzt bis 2014

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