Kraftakt Pinot Noir VII — Frankreich gegen den Rest der Welt

Feature

Beginne das Jahr nicht mit kleinen Weinen. So halten wir es seit sechs Jahren mit unserem Kraftakt Pinot Noir und schickten 16 gereifte Spätburgunder ins Rennen. Dabei hatten wir diesmal so viele Franzosen und auch so viel Qualität wie noch nie am Start. Und trotzdem gab es endlich mal einen deutschen Sieger – einen wunderbar gereiften, superseidigen, auf ganz hohem Niveau charmanten Spätburgunder aus Heidelberg, den wir allesamt ins Burgund gesteckt hatten. Weiterlesen →

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Sauvignon Blanc around the World

Titel Sauvignon-Probe (100 von 1)Im Rahmen der Bonner Weinrunde konnte ich im Mai 2013 an einer überaus vielfältigen Sauvignon Blanc-Probe teilnehmen. Sechs Länder und noch viel mehr Ausbaustile standen auf dem Programm. Auch wenn mancher staunen möge, die Sauvignon Blanc-Traube kann geschmacklich höchst unterschiedlich ausfallen und ist oft meilenweit von dem in Deutschland vorherrschenden fruchtigen Bukett-Stil entfernt. Diese Probe sollte einen Eindruck von diesen unterschiedlichen Stilarten vermitteln und dieses Ziel wurde ohne Zweifel erreicht. Die Weine wurden blind verprobt. Hinter meiner Punktzahl findet sich das arithmetische Mittel der insgesamt 13 Probenteilnehmer. Ich danke ganz herzlich Thorsten, Karl-Heinz, Thomas und Michael für das Bereitstellen der Weine und die perfekte Durchführung der Probe. Es war mal wieder ein interessantes Erlebnis.

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Schubert Wines Pinot Noir Block B Wairarapa New Zealand, 2007

Ein Schwabe geht nach Neuseeland, um den Einheimischen mal zu zeigen, wo im Weinbau der Hammer hängt. So oder so ähnlich wurde mir in aller Überzeugung vor kurzem dieser Wein als Geschenk ans Herz gelegt — natürlich von einem schwäbischen Landsmann in Mitten des Ländle. Als alter Kenner und Liebhaber der neuen Weinwelt (eher das Gegenteil ist vielmehr der Fall) nahm ich die Flasche mit skeptischen Blick freudig in Empfang. Schon kurz darauf ergab sich eine geeignete Gelegenheit, ihr zu Leibe zu rücken.

Für einen Spätburgunder ein intensives Kirschrot. In der Nase der typische Duft der neuen Weinwelt: intensive, füllige Fruchtaromen, daneben Weihnachtsgewürze à la Zimtstangen, Nelken und Anissterne. Und selbstredend präsente, aber gerade noch nicht aufdringliche Röstaromen vom Fassausbau, immerhin 14 Monate lag der Wein zu 50% in neuen Barriques. Sehr schwelgerisch, sicherlich mit einer gewissen Raffinesse, aber er wirkt dann doch gemacht. Dieser Vorwurf gilt auch für den Mund. Die rotbeerige Frucht und der opulente Alkohol machen den Wein warm, weich und opulent. Man mag ihn auf den ersten Blick. Seine verführerische Mischung aus intensiver Frucht, Röstaromen und Nougatnoten lassen den unbedarften Weinfreund sogleich dahinschmelzen. Dem deutschen oder französischen Weinliebhaber steigt sogleich die Zornesröte ins Gesicht: Das hat doch keine Struktur, kein Gewissen, keine Klasse, keine Tiefe und trotzdem würde wohl bei den Allermeisten der JLF-Test (von welchem Wein wird in kürzester Zeit am meisten gesoffen) zugunsten dieses Weines ausgehen. Auch bei uns war die Flasche am Ende des Abends leer. Seriöser Weise will ich nicht unerwähnt lassen, dass der Abgang lang, aber recht eindimensional auf einer indifferenten roten Beerenfrucht endet, die in endlosen Röstaromen schwimmt. Ein gewisses Spiel will ich nicht leugnen. Trotzdem ist es für mich, bei allem zugegebenen Spaß, ein weiterer Beleg dafür, der alten Weinwelt in der Gewissheit Treu zu bleiben, sonst nicht all zu viel zu verpassen.

Als Geschenk erhalten, ca. 30 Euro im Fachhandel, 84 Punkte (gut), jetzt bis 2014