Mauro Veglio Barbera D´Alba, 2008

MVBdA08Richtig viel Wein für überschaubares Geld – dies fasst die nachfolgende Verkostungsnotiz im Kern zusammen. Ich war doch überrascht, wie vielschichtig sich dieser vermeintlich „einfache“ Barbera ohne Lagenbezeichnung zeigte. Gut gemacht, Mauro Veglio!

In der Nase eine angenehm vielfältige Mischung aus roter Johannisbeere, Sauerkirsche und Zwetschge, schön und wohldosiert untermalt von krokantigen Holzaromen, die für eine weitere Geruchsdimension sorgen. Hinzu gesellen sich dunkle Kräuteraromen und eine Spur Zigarrenkiste, die ich ebenfalls der Fassreife zuschreibe – aber, das sei nochmals betont, bestens eingebunden und keineswegs vorlaut.

Im Mund von mitteldichtem Körper, gute Struktur im Auftakt, klare rote Frucht, saftig eingebunden in einen stützenden Holzkörper. Mit sortentypisch kräftiger Säure versehen – herrlich, so mag ich Barbera. Fruchtig klarer Verlauf, der aber nicht von einer zu fruchtsüßen Stilistik überlagert wird. Dies gibt dem Wein im Zusammenspiel mit der Säure einen hohen Trinkfluss. Abgeschmolzenes feines Tannin, sehr langes Finale mit schöner Nachhaltigkeit, in der Frucht und Holz bestens in der Balance bleiben, unauffälliger Alkohol (13,5%).

Trinkt sich nicht nur zum Essen ausgezeichnet, sondern bereitet auch im Anschluss noch hohes Trinkvergnügen. Und seinen Preis rechtfertigt der Wein spielend. Ob diese Leistung im Jahr 2008 nur ein Ausreißer nach oben war, werde ich sicherlich bei Gelegenheit mit anderen Jahrgängen testen.

Aus dem Fachhandel, 12 Euro, 91 Punkte (ausgezeichnet), jetzt bis Ende 2016

Advertisements

Wunderbare Winterweine – ein kleiner Ausflug ins Piemont

Wenn der dunkle Winter schon lang ist und noch kein Ende absehbar, wird es Zeit, sich etwas Trost zu verschaffen. Wenn Ihr Euch fragt, welche Flaschen Ihr in solchen Zeiten aufziehen sollt: Weine aus dem Piemont eignen sich ideal dafür. Die schöne duftige Frucht ist betörend, der Körper sorgt für Wärme und Struktur, dazu kommt die Frische dieser wunderbaren Säureader, die Nebbiolo und Barbaresco so unvergleichbar macht. Da wir all das dringend nötig hatten, machten wir das Piemont zum Thema unseres tiefwinterlichen Beifangabends. Und auch wenn uns relativ klar war, welche Rebsorten uns erwarteten, verkosteten wir die Weine blind. Einfach nur, um uns nicht vom Genuss abzulenken. Weiterlesen →