Reifeentwicklung trockener Rieslinge – Jahrgang 2005

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Nach den sehr schön gereiften Weinen aus den Jahrgängen 2001, 2004 folgte der Jahrhundert-Jahrgang 2005. Der hat den Ruf, damals viel zu früh gekrönt und mit Lob überschüttet worden zu sein. Der ewige Sommer verzückte die Winzer, und am Ende bekamen die Weine schließlich mehr schönes Wetter als sie vertrugen. Hohe Mostgewichte killen gute Säurewerte, so heißt es heute leider oft, wenn man die Flaschen aufzieht. Wir waren aber dann doch erstaunt, wie gut das war, was wir in unseren Gläsern vorfanden. Weiterlesen →

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Reifeentwicklung trockener Rieslinge – Jahrgang 2001

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Der zweite Jahrgang in unserer Reifeprüfung war 2001. Jahr für Jahr bescheinigt man den Weinen, dass sie nun abbauen müssten. Doch viele tun das immer noch nicht. Die Besten des Jahres bewahren bis heute ihre schön gereifte Verfassung, und da sie noch nicht alle ausgetrunken sind, bieten sie zur Zeit die vielleicht beste Gelegenheit, blitzsauberen, gereiften Riesling zu verkosten. Und wenn man aus diesem Jahr noch alle drei Forster Lagen von Bürklin-Wolf präsentiert bekommt, ist das so etwas wie ein Stück vom Glück. Weiterlesen →

Legenden des trockenen Rieslings – 42 Grands Crus von 1983 bis 2010

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Am 27. August 2014 fand auf dem Weingut Emrich-Schönleber in Monzingen eine Werkschau von gereiften, trockenen Spitzenrieslingen statt. Die Idee zu dieser Probe entstand im Frühjahr 2014 auf dem Weingut, während wir die Rieslinge des aktuellen Jahrganges verkosteten. Die Realisierung war dann eine echte Gemeinschaftsleistung von privaten Sammlern und Weingütern. Alle Beteiligten öffneten bereitwillig ihre Keller und so kamen schlussendlich 42 Rieslinge zusammen.

Ziel der Probe war es, die Kenntnis über den Reifeverlauf trockener Rieslinge weiter zu vertiefen und den anwesenden Journalisten einen Einblick in die aromatische Vielfalt und Entwicklung über knapp drei Jahrzehnte dieses Weintypes zu vermitteln. Wir wissen darüber letztlich noch viel zu wenig, auch weil so selten darüber berichtet wird. Jedes Jahr stürzen sich die Interessierten und Kritiker auf das jeweils aktuelle Jahr und heben bzw. senken ihre Daumen. Die Urteile werden jedoch über eine Kategorie von Rieslingen verkündet, die vielleicht in acht bis zehn Jahren ihren Höhepunkt erreichen und erst dann ihre ganze Pracht, oder auch ihre Mängel zeigen werden. Die Urteile werden natürlich trotzdem gefällt und dies obwohl viele der Kritiker bis heute keine hinreichende Anzahl von gereiften Weinen verkosten haben, noch über Jahre hinweg trockene Rieslinge von ihrem Release bis hin zu ihrem Höhepunkt dauerhaft begleitet haben. Meines Erachtens ist diese Erfahrung jedoch notwendige Voraussetzung für eine fundierte Bewertung der Weine unmittelbar nach ihrem Release.

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Franz Hirtzberger Riesling Spitzer Singerriedel, 1998

Hirtzberger Singerriedel, 1998 (100 von 1)Unmittelbar nach dem Aufziehen ein intensives, fruchtfreies Bukett von drückender Mineralität, viel Dill und Kümmel, kalte Holzkohle, Basalt- und Feuersteintöne, etwas Thunfischöl und im Hintergrund versengtes Bügeltuch und Brotkruste — einfach unglaublich und absolut nichts für Fruchtliebhaber. Es zeigen sich auch Botrytisnoten und nach einer Weile bilde ich mir Schalen von Steinfrüchten ein. Ganz großes Riesling-Kino. Am Gaumen ein durchaus kräftiger Körper, der aber jederzeit elegant und beschwingt wirkt, im Antrunk überrascht der Wein mit einer feinen Restsüße und gelbfleischigen Früchten, aber auch hier dominiert die unglaublich tiefe und packende Mineralität, wie ich sie nur ganz selten erlebe — in der Summe eine Mischung aus Jod, getrockenten Kräuter und diversen Steinarten. Die zahlreichen Aromen schälen sich im Verlauf immer wieder heraus, der Wein schmeckt mit jedem Schluck und jeder Sekunde unterschiedlich, ein Kaleidoskop an Aromen. Die Süße führt ein perfektes Duett mit der feinen Herbheit auf. Die Säure reif und eher mild, bringt aber den nötigen Schwung hinein. Und trotz aller Konzentration lässt sich der Wein mit größtem Vergnügen trinken. Ich bin einfach platt aufgrund einer derart dramatischen Komplexität, dazu bleibt der Wein noch schier endlos auf dem Gaumen liegen und fächert dort zart auf. Nicht eine Sekunde denke ich an den Alkohol, obwohl das Etikett 14 % zeigt. Erneut ein ganz großer Singerriedel, von dem man nur den Hut ziehen kann. Es geht kaum besser und wenn, dann nur anders. Steht noch voll im Saft, lange Zukunft. Auch aufgrund solcher Weine bin ich der Pracht des Rieslings erlegen.

97 Punkte (groß), jetzt bis 2023