Reifeentwicklung trockener Rieslinge – Jahrgang 2005

intro-2005

Nach den sehr schön gereiften Weinen aus den Jahrgängen 2001, 2004 folgte der Jahrhundert-Jahrgang 2005. Der hat den Ruf, damals viel zu früh gekrönt und mit Lob überschüttet worden zu sein. Der ewige Sommer verzückte die Winzer, und am Ende bekamen die Weine schließlich mehr schönes Wetter als sie vertrugen. Hohe Mostgewichte killen gute Säurewerte, so heißt es heute leider oft, wenn man die Flaschen aufzieht. Wir waren aber dann doch erstaunt, wie gut das war, was wir in unseren Gläsern vorfanden. Weiterlesen →

Marc Kreydenweiss Riesling Andlauer Wiebelsberg Grand Cru „La Dame“, 2007

IMG_0101Diesen Wein hatte ich bereits vor gut zwei Jahren durchaus positiv beschrieben. Kürzlich hatte ich ihn ein weiteres Mal im Glas und war erneut begeistert ob seiner distinguierten Aromatik, auch wenn es sicherlich ein Riesling jenseits der der üblichen aromatischen Trampelpfade dieser Rebsorte ist.

Nach meinem Dafürhalten duftet er komplex nach gelben Äpfeln, Pflaumen, weißem Rauch, Asche, gesalzenen Mandeln und Karamell, sehr sauberes Bukett, zarte Noten im Hintergrund, die von dem oxidativen Ausbau herrühren. Im Mund dann ein packender, salzig-mineralischer Auftakt, die Säure ist fordernd, wird aber stets von einer satten Fruchtigkeit begleitet, Schalen von gelben Äpfeln, jugendliche Steinfrüchte, sehr agil und jugendliche Beweglichkeit, herrlich fokussierter Verlauf, kühle Mineralität, von Oxidation oder Reifenoten nach sieben Jahren Flaschenreife ist nichts zu vernehmen, tiefe Kräuterwürze, erinnert an salzige Nussmischung und kalte Cola, dagegen steht aber stets eine versöhnliche, klare Rieslingfrucht, der Wein zeigt sich komplex und nachhaltig, betont mittellanger Nachhall, jetzt auf seinem Höhepunkt, dürfte sich hier noch länger halten, eine weitere Verbesserung kann ich mir nicht vorstellen, die braucht der Wein aber auch nicht.

Vom Weingut, 18 Euro, 92 Punkte (ausgezeichnet), jetzt bis 2019