Domaine Barmès-Buecher Riesling Steingrubler Alsace Grand Cru, 2004

Barmes Buecher Steingrubler, 2004 (100 von 1)Wer unseren kleinen Wein-Blog regelmäßig verfolgt weiß, dass TM und ich immer mal wieder einen Wein dieser noch eher unbekannten Domaine hier vorstellen. Barmès-Buecher ist Biowinzer durch und durch und erzeugt traditionelle Weine, so zumindest bis 2011, damals verstarb François Barmès, einer der Gründer dieser Domaine, unerwartet. Danach übernahmen seine Kinder die Leitung, aus dieser Zeit habe ich noch keine Weine probiert.

Der 2004er ist jetzt ausgereift und präsentiert sich harmonisch und im Geschmacksbild typisch für die Domaine. Die 14,5% müssen nicht schrecken, denn dieser Wein wirkt weder hitzig oder breit, sondern wärmt nur im Nachhall ein wenig. In der Nase ruft jeder Rieslingfreund sofort Elsass aus, es duftet nach getrockneten Kräutern, kandierten gelben Äpfeln, hochfeine oxidative Anklänge, etwas Wachs und Akazienhonig, rauchig-steinige Mineralität, der Wein zeigt Tiefe an. Am Gaumen eine kräftige Statur, ein saftig-fruchtiger Auftakt mit angetrockneten Kernfrüchten, ummantelt von einer leicht süßlichen Kandiskruste, verspielte Trockenkräuter, immer wieder bringen feine Zitrusaromen Frische in die Aromatik, geröstete, leicht gesalzene Mandeln, herbe, nicht bittere Noten, trotz der hohen Alkoholgradation deutliche Restsüße, was ansprechend mit der Frucht verwoben ist. Auch hier finden sich zarte oxidative Anklänge, halten sich aber sehr zurück, kein Vergleich zu Weinen zum Beispiel von Marc Kreydenweiss. Der Wein läuft harmonisch, cremig, dicht über den Gaumen. Ich mag trotzdem ein zweites Glas davon genießen, wenngleich ein kräftiges Essen ihm sicher gut zu Gesicht steht. Mittlere Tiefe, durchaus langer und nuancierter Nachhall, hier wärmt dann leider der Alkohol etwas nach. Ganz sicher kein Riesling für jedermann, denn dafür ist er zu barock, aber in meinem Keller werde ich für diesen Stil immer eine (kleine) Ecke reservieren. TM hat diesen Wein vor gut fünf Jahren ebenfalls hier beschrieben und war deutlich skeptischer. Ob sich der Wein nun gefunden hat oder unsere Sensorik hier auseinander geht bleibt offen – nur brandig war der Wein heute wirklich nicht.

Vom Weingut, ca. 20 Euro, 88 Punkte (sehr gut), jetzt bis 2017