Riesling Große Gewächse 2011 nach fast vier Jahren Flaschenreife – Wachau, Nahe und Pfalz

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Hier kommt der zweite Teil unserer Riesling-Verkostung des Jahrgangs 2011. Neben 18 deutschen Großen Gewächsen kamen zuerst drei Smaragde aus der Wachau an die Reihe. Es folgten die großen Drei von der Nahe, die uns noch mehr begeistern konnten als erwartet. Die Pfalz aber überraschte uns stark. Zum einen zeigten die Weine, wie gut sie eben doch mit einem wärmeren Jahrgang umgehen können. Zum anderen wurde offenbar, wie sich der dortige Trend zum Holz auf die Weine auswirkt. Einer von ihnen konnte der gesamten Probe die Krone aufsetzen. Weiterlesen →

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VDP Weinbörse 2015: Mosel und Rheinhessen

Alle Jahre wieder ertönt der offizielle Startschuss für einen neuen Jahrgang auf der Weinbörse in Mainz – zumindest für die Winzer aus dem Verband deutscher Prädikatsweingüter. Wir waren gespannt, denn 2014 eilte ein äußerst gemischter Ruf voraus. Auf unserem Programm standen die für den Riesling wichtigsten Anbaugebiete, und wir wollen hier davon berichten. Den Anfang machen wir mit den Weinen aus Rheinhessen und Mosel-Saar-Ruwer. Weitere Artikel zu den anderen Gebieten werden folgen. Weiterlesen →

Weingut Maximin Grünhaus Herrenberg Riesling Auslese, 1997

Maximin Grünhaus Herrenberg Riesling Auslese, 1997 (1 von 1)Regelmäßig zieht es mich für einen Abend mit guten Freunden ins Weinhaus Gut Sülz (hier klicken) in Königswinter. Neben einer einfachen, schmackhaften regionalen Küche überzeugt das Haus aufgrund einer breiten Auswahl an Rieslingen, insbesondere im fruchtsüßem Bereich von der Mosel, serviert von Andreas Lelke, der auf dem Gebiet ein großer Kenner ist. Kürzlich servierte er uns einen noch jugendlichen, überraschend süßen 2002er-Kabinett von Willi Schäfer aus dem Graacher Domprobst (88/100), eine klare, hochfeine 1997er-Spätlese von Fritz Haag aus der Brauneberger Juffer Sonnenuhr ohne jede Reifenote (92/100) und zum Abschluss eine überzeugende 1997er-Auslese vom Weingut Maximin Grünhaus aus dem Herrenberg, von der ich etwas näher berichten will.

Im Bukett finde ich eine würzige Riesling-Typizität. Inwieweit die Würzigkeit von den natürlichen Hefen kommt oder vom Terroir vermag ich nicht zu sagen, dafür kenne ich Grünhaus zu wenig. Besondere Noten von der Spontanvergärung vermochte ich nicht zu vernehmen, das Bukett wirkt reintönig, mit feinem Schieferduft, tropischer Frucht mit herben Einschlag, insgesamt hochklassig und gewogen. Am Gaumen herrlich leichtfüßig, nicht eine Spur breit, im Gegenteil, wir holten uns die Flasche aus dem Kühler hervor, um uns zu überzeugen, ob es sich wirklich um eine Auslese handelt. Der Wein schmeckte eher wie eine Spätlese, oder gar wie ein gereifter Kabinett, denn süß war dieser Riesing wahrlich nicht, da wirkte der Kabinett von Willi Schäfer süßer. Vielmehr gehen seine Würzigkeit und seine Restsüße ein herrliches Duett ein und animierten uns, ihn in großen Schlucken zu trinken, eine feinsinnige, deutliche Schiefernoten durchzieht das Aroma von Anbeginn bis Ende, die Säure flankiert hochfein die Fruchtaromen, wirkt fein-prickelnd auf den Gaumen ein und entlockt so die einzelnen Aromen. Jetzt auf den Punkt gereift, ohne jede Altersnote, die 17 Jahre Flaschenreife sorgen einfach für die notwendige Harmonisierung, was nicht ungewöhnlich für das Weingut ist, sie benötigen oftmals Zeit zur Reife. Wir waren begeistert und verstehen immer mehr, warum die frucht- und edelsüßen Weine vermehrt Einzug auf unseren Trinkplan finden.

Im Restaurant, 46,50 Euro, 92 Punkte (ausgezeichnet), jetzt bis 2017

Markus Molitor Riesling Alte Reben Saar, 2010

Molitor Saar Alte Reben, 2010 (100 von 1)Die alten Reben von der Saar sind regelmäßig mein favorisierter Wein von Molitor im mittleren Segment. Die Rebstöcke aus dem Herrenberg bringen aufgrund des hohen Skelettanteils einen verhältnismäßig konzentrierten Rieslingstil hervor, beherbergen aber auch die Feinheit der Saar. Die Weine bestechen durch eine botrytisfreie, saubere Fruchtaromatik samt einer feingliedrigen Säure. Der 2010er duftet herrlich frisch nach Zitronen, Grapefruit, jungen Mangos und grünen Äpfeln, steinige Mineralität, also ein wilder Mix, noch sehr jugendlich. Am Gaumen wirkt der Wein noch unentwickelt. Im Antrunk finde ich eine saubere Frucht, erneut Zitrusfrüchte und Apfelaromen, die Säure pikant, noch nicht ganz eingebunden, sie wirkt jedoch reif, nichts für Säureempfindliche, 2010 eben Der Wein läuft packend, bei aller Konzentration beweglich, aber noch unruhig über meinen Gaumen, die Gerbstoffe durch die Mazerationszeit noch spürbar, feine Hefenoten zeugen von einer längeren Lagerung auf der Feinhefe im Holzfass. Der Wein zeigt sehr gute Anlagen und könnte sich weiter positiv entwickeln, wenn sich die Säure noch besser mit den anderen Komponenten vermählt. Im langen Nachhall würzig-kräuterige Note, auch die Mineralität zeigt sich hier am deutlichsten. Nach dieser Erfahrung hätte ich diese – meine letzte – Flasche, erst in drei Jahren aufziehen sollen.

Vom Weingut, ca. 14 Euro, 87+ Punkte (sehr gut), 2018+