Weingut Georg Breuer – Nonnenberg und Berg Schlossberg Jahrgänge 1999 bis 2014 aus der Magnum

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Als kleinen Service gibt es hier als Download die Analysewerte der verkosteten Weine als pdf-Download:
Analysewerte Nonnenberg & Schlossberg Jahrgänge 1999 – 2014

Am 25. Januar 2016 lud Christoph Dirksen und Andreas Lelke zu dieser verheißungsvollen Probe ein. In der Moderation der Probe wurden sie von der Theresa Breuer unterstützt. Ihr und ihrem Vater haben wir es zu verdanken, dass die Phalanx an Rieslingen in der Welt gelandet sind und wir so an diesem Abend das Vergnügen hatten sie zu erleben. Alle Magnums kamen aus dem Privatkeller von Christoph Dirksen, ergänzt von Frau Breuer um die noch nicht abgefüllten 2014er in Normalflaschen. Andreas Lelke stellt für diese Verkostung seinen beeindruckenden Proberaum im Bungertshof (www.bungertshof.de) zur Verfügung und servierte spät am Abend noch einen 1982er-Berg Schlossberg Kabinett natürlich von Georg Breuer aus seinen gefühlt unendlichen Tiefen seines Kellers.

Seit ca. 10 Jahren sammele ich Lagen-Rieslinge von Breuer mit Leidenschaft und aus Überzeugung. Nicht nur Nonnenberg und Berg Schlossberg, sondern auch Rottland und Roseneck, jedoch sind die beiden Erstgenannten meine persönlichen Lieblingsweine des Gutes. Nie werde ich meine Gänsehaut vergessen, als ich den 2005er-Nonnenberg kurz nach seiner Abfüllung probierte. Damit fing für mich alles an.

Beide Lagen sollte jeder Rieslingliebhaber einmal mit seinen eigenen Füßen gefühlt und mit seinen eigenen Augen gesehen haben, natürlich am besten mit einem Glas Riesling aus diesen Lagen in der Hand und idealerweise im idealen Reifezustand. Aktuell trinkt sich 1998 recht gut. 🙂

D7012_RKW0396-1800Der Nonnenberg mit seinem Phyllit- oder auf Deutsch Tonglimmerschiefer-Boden, im flacheren Teil geht es dann in einen Lehm-Löss-Boden über, aber daraus kommen nicht die Lagenwein hervor. Der Schiefer bereits stark zersetzt mit guter Drainage, aber auch mit einem sehr ordentlichen Wasserhaltevermögen. Aus den teilweise sehr alten Weinstöcken kommen feinsinnige Rieslinge mit festem Kern, saftigen Fruchtaromen, die mich neben einer komplexen Steinfrucht oft an gelbe Früchte und gelegentlich an tropische Früchte erinnert. Aber die Aromatik variiert stark nach Jahrgang, die Weine sind i.d.R. etwas fruchtbetonter und charmanter als die Weine aus dem Berg Schlossberg. Zwar zeigt sich auch in ihnen eine ausdruckstarke Mineralität, sie sind davon aber nicht so dominiert. Nonnenberg gibt es nur bei Breuer, die die 4,8 ha als Monopol bewirtschaften.

Der Berg Schlossberg, diese bereits optisch beeindruckende Steillage direkt am Rhein, zählt für mich zu den wenigen Grand Crus in Deutschland (zumindest Teile von ihm) und sein prägendes Merkmal ist natürlich sein Schieferboden und die vielfältigen Parzellen auf sehr unterschiedlichen Höhen. Von den insgesamt gut 20 ha gehören Breuer 3,4 ha aufgeteilt in vielen Parzellen in sehr unterschiedlichen Höhenlagen, wobei 0,4 ha mit Spätburgunder bestockt sind. Die Lese verteilt sich dadurch oftmals über viele Tage und macht zahlreiche Lesegänge notwendig. Die Trauben der einzelnen Parzellen werden einzeln ausgebaut und erst zum Schluss wieder miteinander cuvetiert. Diese Lage bringt Riesling hervor in der die Mineralität ihren Daumen drückt, teilweise in einer Ausdrucksstärke und Komplexität, wie ich sie kaum von anderen Lagen kenne. Dazu notiere ich mir immer wieder glockenklare Fruchtaromen besonders nach Kernfrüchten, aber auch Steinfrüchte sind zu erkennen. Ansonsten schreibe ich oft über Schieferduft, nasse Kieselsteine, Steinwürze, Rauch, Basalt, Tabak, Röstaromen und Noten von Kaffee. Wer einmal z.B. den 2003er aus einer intakten Flasche riechen durfte, weiß was ich meine. Mehr Expressivtät in Sachen Mineralität kann ich mir kaum vorstellen.

Auf dem Weingut wird die Tradition von ambitionierten trockenen Rieslingen mittlerweile seit weit über 30 Jahren gepflegt und diese Erfahrung merkt man den jüngeren Weinen heute an. Auch nach dem Tod von Bernhard Breuer, gelang es dem Team um Theresa Breuer die Qualität zu halten und dabei die Weine weiter zu entwickeln. So sind die Weine heute noch feiner, eleganter mit animierend Trinkfluss und herrlich niedrigem Alkoholgehalt. Diese Entwicklung konnten wir während der Probe sehr schön beobachten, so fielen die Weine aus den nicht einfachen Jahren 2003 bis 2006 körperreicher aus. Auch sie sind gelungen, aber ich stellte fest wie wenig mir die Kraft und das Grad mehr an Alkohol dieser Jahrgänge bei den jüngeren fehlte. Im Gegenteil, zumindest in der heutigen Jugend, zeigten die jugendlichen, schlankeren Jahrgänge eine betörende aromatische Tiefe, da vermisste ich kein Gramm Fett und kein Grad Alkohol.

Ich danke Ralf Kaiser herzlich für die freundliche Überlassung der Fotografien.

Doch nun zu den Weinen, die immer in Flights zu zwei Weinen offen eingeschenkt wurden.

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Georg Breuer Rauenthal Nonnenberg, 2014

6,8 g/l Zucker, 7,8 g/l Säure, 11,5 % vol.

Intensives, vielschichtiges Bukett nach gelben Früchten, dunklen Beeren, Zitrusfrüchte, röstige Anklänge nach Nüssen, kommt vermutlich von den neuen Stückfässern, stört mich überhaupt nicht. Am Gaumen perfekte Balance aus Süße und Säure, herrliches Spiel, natürlich noch ein Baby, feine, bewegliche Säure, festes mineralischen Kern, sehr langer Nachhall. Hat sich gut entwickelt, seit unserer ersten Verkostung vor vier Monaten.
93+/100, 2024 – 2035

Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg, 2014

4,1 g/l Zucker, 7,4 g/l Säure, 12,1 % vol.

Zunächst eher verhalten im Glas blüht der Schlossberg binnen Minuten auf. Beeindruckend glockenklare Aromatik mit einer tiefen steinwürzigen Mineralität, intensiver Schieferduft, auch hier ist der Einfluss der neuen Stückfässer zu erkennen, kalte Cola, geröstete Nüsse, dazu rote Beeren, Cassis, rotwangiger Apfel, grandioses Bukett. Am Gaumen herrlich leichtfüssig und trotzdem führt er mich mit fester Hand, packendes Säurespiel und eine feste, noch unentwickelte Mineralität führen durch den Verlauf, erneut viel dunkle Beeren, immer stärker kommt eine herrliche Tabakigkeit auf, schon jetzt animierende zu trinken, sehr tief und vielschichtig, schlichtweg grandios, lange Zukunft.
95-96+/100, 2024 – 2040

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Georg Breuer Rauenthal Nonnenberg, 2013

7,7 g/l Zucker, 9,2 g/l Säure, 10,9 % vol.

Fokussiertes Bukett nach Melisse, Zitronen, steiniger Mineralität, hochfein und glockenklar, noch sehr verschlossen. Am Gaumen leichtfüßig, zarte gelbe Früchte im Antrunk, fordernde, ja pikante Säure, die herrlich mit den Fruchtaromen spielt, von der üblichen zitronigen 2013er-Säure ist nichts zu spüren, der vorhandene Restzucker spielt harmonisch mit der Säure, fester mineralischer Kern, noch etwas unruhig und nicht ganz geöffnet, muss noch zwingend etliche Jahre reifen, heute nur eine gute Länge.
90-92+/100, 2023 – 2035

Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg, 2013

7,1 g/l Zucker, 9,3 g/l Säure, 11,2 % vol.

Auch der Schlossberg natürlich noch ein Baby mit einem überzeugenden Bukett nach rotwangigen Äpfeln, braunen Tabakblätter, Schiefer, etwas Jod, dunklen Beeren, glockenklar. Am Gaumen vollkommen reintönig, wässrige Essens von Stein- und Kernfrüchten, es ist eine wahre Freude, verspielt, zart und trotzdem fest, der blanke Fels zeigt sich, dazu röstige Noten, Tabak, diverse getrocknete Kräuter, wird mit der Zeit im Glas immer raffinierte und nachhaltiger, unglaublicher Ausdruck bei einem Wein, deren Trauben nur 81° Öchsle bei der Lese hatten, herrlich animierender Trinkfluss, aber natürlich noch ein Baby.
92-94+/100, 2023 – 2040

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Georg Breuer Rauenthal Nonnenberg, 2012

10,9 g/l Zucker, 8,6 g/l Säure, 12,1 % vol.

In der Nase hier ein hochfeines und sauberes Rieslingbukett mit reifen Graprefruit, würzige Mineralität im Hintergrund, röstige Anklänge, zeigt Tiefe an. Am Gaumen mittlere Dichte, viel Kräuter, erinnert an kalte Cola, saubere Rieslingfrucht, deutliche Restsüße, die herrlich mit der verspielten Säure spielt, harmonischer Verlauf mit viel saftiger Frucht, schon heute ungemein animierend zu trinken, sehr gute Länge.
92+/100, 2022 – 2030

Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg, 2012

7,9 g/l Zucker, 7,6 g/l Säure, 11,4 % vol.

Komplexer Duft nach dunkler Beerenfrucht, Kautschuk, Gewürze, steinige Mineralität z.B. feuchte Kieselsteine, Röstaromen, dahinter rote Äpfel, enorm tiefgründig. Am Gaumen glockenklar mit animierender Rieslingfrucht im Antrunk, entspanntes Süße-Säure-Spiel, obwohl es natürlich noch ein Baby ist, der Wein tänzelt, ist ungemein feinsinnig und besticht durch seine Reintönigkeit bis in den sehr langen Nachhall, vielschichtige, steinwürzige Mineralität, herbe Gerbstoffe verleihen ihm eine klare Kontur, salzig-tabakige Noten im Nachhall, komplex. Hat sich seit seinem Release vor zwei Jahren enorm entwickelt, schon heute ein großer Wein.
95+/100, 2022 – 2035

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Georg Breuer Rauenthal Nonnenberg, 2011

10,4 g/l Zucker, 8,0 g/l Säure, 11,5 % vol.

Der 2011er-Nonnenberg ist gerade in der Verschussphase und sollte die nächsten 1-2 Jahre nicht geöffnet werden. Gedecktes Bukett, mineralische Noten, dazu nicht ganz klar gezeichnete Fruchtaromen nach gelben Früchten. Am Gaumen dicht gepackt, deutlicher Restzucker im Antrunk, die Säure für den Jahrgang erstaunlich agil, etwas Gummi, recht reife gelbe Früchte, auch hier verschlossen, zeigt einen festen mineralischen Kern, lässt kaum Einblicke in sein Potential zu, mittlerer Nachhall. Muss zwingend noch einige Jahre reifen.
89-92/100, 2018 – 2025

Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg, 2011

10,9 g/l Zucker, 6,0g/l Säure, 12,3 % vol.

Auch der 2011er-Schloßberg präsentiert sich gerade sehr verschlossen. Gelbe Früchte und glacierte rote Äpfel, wirkt etwas gedeckt. Am Gaumen sehr sauber und dicht, auch hier deutliche Restsüße, die Frucht deutlich von einer steinwürzigen Mineralität umschlossen, die Säure mild jedoch hinreichend agil, die Verlauf ist harmonisch, aber ohne die übliche Tiefe eines Schlossberg, auch er schlummert noch in der Höhle, die Nachhall ist lang, fächert aber nicht sonderlich auf. Muss zwingend reifen.
89-92+/100, 2018 – 2025

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Georg Breuer Rauenthal Nonnenberg, 2010

6,1 g/l Zucker, 10,1 g/l Säure, 12,2 % vol.

Hier finde ich ein ebenfalls noch verschlossenen Bukett, mit klaren gelben Früchten, einer steinwürzigen Mineralität, Tabak und feuchte Kieselsteine. Am Gaumen fällt sofort die pikante Säure auf, die dem Wein etwas frisches und straffes zugleich verleiht, der Restzucker bringt ein wenig Gegengewicht ein, da die Früchte aber an Zitrusfrüchte erinnern, läuft der Wein straff und pikant über den Gaumen, erste zarte Reifenoten im hinteren Verlauf, salzig-tabakige Mineralität, die Säure und den damit verbundenen Zug am Gaumen muss man mögen (ich mag´s sehr), der Nachhall hat eine gute Länge und wird von den mineralischen Noten bestimmt. Ich würde den Wein noch weitere 12 Monate reifen lassen.
90+/100, 2017 – 2030

Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg, 2010

6,0 g/l Zucker, 9,4 g/l Säure, 12,3 % vol.

Beim 2010er-Schlossberg finde ich eine noch etwas kompakte, jedoch vollkommen reintönige Rieslingfrucht nach Äpfeln und einem herrlich markanten Schieferduft, als würde man durch die Berge gehen, dazu feuchte Kieselsteine und ein Hauch Röstaromen. Am Gaumen recht dicht, komplexe Rieslingfrucht, sehr saftiger Antrunk und Verlauf, die Säure packend und durchaus pikant, aber durch die bemerkenswerte Fruchtfülle sehr gut eingebunden, die Mineralität spielt groß auf und so präsentiert sich der Wein überzeugend vielschichtig, wandelt sich mit jedem Schluck, sehr langer und nuacierter Nachhall. Muss ebenfalls noch lange reifen, aber ein Versuch heute ist kein Fehler.
92+/100, 2019 – 2030

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Georg Breuer Rauenthal Nonnenberg, 2009

5,1 g/l Zucker, 7,7 g/l Säure, 12,2 % vol.

Komplexer mineralischer Duft nach kalter Cola, Kerosin, Fahrradschlauch, röstigen und erdwürzigen Anklängen und diversen Kräutern, dazu eine hochfeine Zitrusfrucht. Am Gaumen ebenfalls enorm mineralisch, über den gesamten Verlauf begleiten mich eine feine Tabakigkeit, die Säure straff und herrlich lebendig, dadurch sehr animierend zu trinken, viel Saftigkeit von gelben Früchten und Zitronen, wirkt hintenraus noch etwas kompakt, sehr langer vielschichtiger Nachhall. Ein überaus ansprechender Nonnenberg, der ebenfalls noch einige Jahre reifen muss.
92+/100, 2018 – 2030

Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg, 2009

2,5 g/l Zucker, 6,8 g/l Säure, 11,7 % vol.

Am Tisch gab es Hinweise nach Kork, den ich so nicht wahrgenommen habe. Der Wein wirkte vielleicht ein wenig karg bzw. verschlossen, aber der 2009er-Schlossberg fällt mit seinem sehr geringen Restzucker etwas aus der Reihe. Er duftete nach Fahrradschlauch, Holzwürze vom Faßausbau, Petrol von der Mineralität, Schiefer und ein Hauch Tabak, von einer Frucht fast keine Spur. Am Gaumen von mittlerer Dichte, im Antrunk sehr saftiger, aber auch schlanke Frucht nach jugendliche Äpfeln und etwas Zitronen, knochentrockener Eindruck, dadurch straff und puristische Typizität, die Mineralität am Gaumen noch deutlich verschlossener, als in der Nase, dadurch heute noch ein wenig kantig und anstrengend zu trinken, sehr feines und bewegliches Säurespiel, mittlere und etwas holpriges Finale. Muss zwingend noch einige Jahre reifen, ausgezeichnetes Potential.
90+/100, 2020 – 2030

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Georg Breuer Rauenthal Nonnenberg, 2008

7,4 g/l Zucker, 9,4 g/l Säure, 12,0 % vol.

Das 2008er-Bukett des Nonnenbergs präsentiert sich noch erstaunlich jugendlich. Pure noch etwas verhaltene Rieslingfrucht, Anklänge nach Cassis, Abrieb von der Zitrone, helltönige Mineralität, etwas ungewöhnlich für einen Nonnenberg, aber eben noch ein Baby. Am Gaumen von mittlerer Dichte, herrlich saftig-fruchtiger Auftakt, erneut sehr jugendlich wirkend, Steinfrüchte und rote Beeren, herrlich feinsinnig und lebendiges Säurespiel, bestens mit der Frucht verwoben, über den gesamten Verlauf ein Riesling der tanzt und ein herrliches Spiel zeigt, sehr animierend zu trinken, wobei die Frucht sich noch nicht ganz geöffnet zeigt, steinwürzige Mineralität, Kreide, nur eine Ahnung Würze und Röstaromen, ansonsten auch am Gaumen sehr helltönig, guter Nachhall. Ein noch jugendlicher Riesling, der sich mit weiterer Flaschenreife noch besser entwickeln wird.
92-94+/100, 2018 – 2030

Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg, 2008

4,8 g/l Zucker, 7,8 g/l Säure, 12,8 % vol.

Der 2008er-Schloßberg zeigt bereits ein wenig mehr an, ist aber ebenfalls noch sehr jugendlich. Dunkel-würzige Mineralität, Pfeffer, Tabak, röstige Noten, dahinter klarer Schieferduft, dazu eine komplexe Frucht von roten Äpfeln, Cassis, unreife Steinfrüchte, sehr tief und ernsthaft. Am Gaumen von fester Statur, wirkt hier noch jugendlicher, fast unentwickelt, trotzdem viel Saft im Auftakt, verschossene Steinfruchtaromen, etwas Apfelschalen, animierend das gelungene Spiel von Süße und Säure, packende Mineralität, die noch verschlossen in der Höhle schlummert, Kräuter- und Röstaromen kommen hinter raus immer stärker auf, verleihen Tiefe, sehr nachhaltiger Eindruck, schon heute sehr langer, aber etwas ruppiger Nachhall. Auch hier haben wir es mit einem Baby zu tun, dass alle Anlagen hat irgendwann ein großer Riesling zu werden.
92-94+/100, 2018 – 2030

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Georg Breuer Rauenthal Nonnenberg, 2007

11,8 g/l Zucker, 8,3 g/l Säure, 12,8 % vol.

Der 2007er-Nonnenberg brauchte einige Zeit im Glas bis er sich begann zu öffnen, dürfte in Ruhe über den Abend genossen vielleicht noch mehr anzeigen, aber bei einer solch großen Probe, hier mein Eindruck nach 10 Minuten im Glas. Würziges, betont mineralisches Bukett, die Frucht noch verschlossen, Anklänge nach gelben Früchten, wirkt insgesamt sauber und fein. Am Gaumen betont mittlere Dichte, sehr saftiger Antrunk, dem man seine Restsüße deutlich anmerkt, eher im halbtrockenen Bereich, aber die gelben Früchte sich sehr animierend und ja frisch, der gesamte Verlauf ist trotz der Süße erstaunlich vital und wirkt nie fett, die Mineralität wird derzeit von der Frucht überlagert und zeigt erst im sehr langen und animierend Nachhall ihr Potential an, viel Tabak, salzige Noten und ansprechende Röstaromen. Jetzt sehr gut zu genießen, dürfte sich aber noch weiter entwickeln.
91-93+/100, 2017 – 2025

Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg, 2007

6,2 g/l Zucker, 7,5 g/l Säure, 12,5 % vol.

Leider Kork

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Georg Breuer Rauenthal Nonnenberg, 2006

5,2 g/l Zucker, 7,7 g/l Säure, 11,9 % vol.

Nicht sehr ausdruckstarkes Bukett, Schalen von Steinfrüchten, ein Hauch steinwürzige Mineralität, wirkt im Vergleich zu den anderen Weinen ein klein wenig dünn. Am Gaumen hinreichende Dichte, ansprechender Antrunk, erstaunlich feste Struktur, leicht säuerliche Frucht, gutes Süße-Säure-Spiel, mittlere Komplexität, erdwürzige Mineralität, mittlerer Nachhall. Der erste Jahrgang den ich von Anbeginn verfolge. War ich zu Beginn und die ersten Jahre ziemlich enttäuscht von eigentlich allen 2006er-Lagenweinen bin ich überrascht wie positiv sie sich entwickeln haben. Ich hätte ihnen nicht zugetraut, dass sie derart an Kraft und Fleisch hinzugewinnen, denn sie wirkten zu Beginn doch arg karg und hohl. Es bleibt spannend die Entwicklung weiter zu verfolgen, denn Reifenoten konnte ich nicht ausmachen, aber es werden wohl nie großartige Rieslinge werden.
88/100, jetzt bis 2021

Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg, 2006

8,4 g/l Zucker, 7,0 g/l Säure, 13,3 % vol.

Erstaunlich ausdruckstarkes Bukett, viel Tabakblätter, herbe Kräuter, Röstaromen vom Faßausbau, kaum Fruchtaromen. Am Gaumen dicht, der Alkohol wärmt, die Frucht vollkommen geöffnet, erinnert an reife Äpfel, schöne Saftigkeit, komplexe Kräuterwürze, die Mineralität dezent im Hintergrund, der Wein schiebt eher als er über den Gaumen tänzelt, mittlere Komplexität, recht guter Nachhall. Etwas besser als der Nonnenberg, aber auch der Schlossberg kämpft mit dem Jahrgang, jedoch allemal sehr gut zu trinken.
89/100, jetzt bis 2021

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Georg Breuer Rauenthal Nonnenberg, 2005

10,1 g/l Zucker, 6,9 g/l Säure, 12,8 % vol.

Sauberes und noch jugendliches Bukett beim 2005er-Nonnenberg, mit einer erdwürzig, etwas derben Mineralität, Waldmeister, reife gelbe Früchte, diverse Kräuter. Am Gaumen dicht, saftiger Auftakt nach einem ganzen Korb voller gelber Früchte, die Restsüße zeigt sich deutlich, wird aber von einer reifen, jedoch agilen Säure hinreichend gepuffert, hohe Extraktdichte, der Wein schiebt ordentlich über den Gaumen, erdwürzige Mineralität, zeigt Tiefe an und bleibt ob seiner Kraft immer in der Balance, erreicht aber nicht das Spiel und die Feinheit der jüngeren Jahrgänge, sehr langer und saftig-fruchtiger Nachhall. Jetzt sehr gut zu trinken, aber ich traue ihm noch eine kleine Steigerung nach weiteren zwei bis drei Jahre Flaschenreife zu.
91+/100, 2018 – 2028

Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg, 2005

5,1 g/l Zucker, 6,3 g/l Säure, 13,1 % vol.

Das Bukett des 2005er-Schlossberg präsentierte sich herrlich mineralisch und komplex. Der Duft ein Mischung aus Schiefer, kalter Cola, Kerosin, Fahrradschlauch, gerösteten Haselnüssen, roten Beeren und ersten ganz zarten Reifenoten, die vielleicht auch von der Mineralität herrühren können. Am Gaumen dicht, der Alkohol wärmt etwas, aber das liegt auch daran, dass der Wein am Gaumen für meinen Geschmack noch sehr zugenagelt war, er zeigte zwar auch hier Tiefe und Komplexität an, aber alle Komponenten wirkten ein wenig gehemmt und spielten nicht wie gewohnt miteinander. Auch dieser Wein schiebt mehr über den Gaumen als er tänzelt. Die Extraktdichte ist beeindruckend und wird dem Wein noch ein langes Leben garantieren und der niedrigere Restzucker schein ihm gut zu tun. Langer bis sehr langer Nachhall. Würde diesen Wein weitere fünf Jahre weglegen.
90-92+/100, 2021 – 2030

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Georg Breuer Rauenthal Nonnenberg, 2004

6,7 g/l Zucker, 8,0 g/l Säure, 12,6 % vol.

Grandioses Bukett nach ätherischen Noten, etwas Mullbinde, Fahrradschlauch, frisch geschnitten Gräser, Holzkohle und kalte Cola, dahinter gelbe Früchte und glacierte Äpfel. Genügt nach meinem Dafürhalten höchsten Ansprüchen. Am Gaumen von mittlerer Dichte, im Antrunk geprägt von einer glockenklaren Frucht nach jugendlich gelben Früchten, etwas Zitrus, aber unmittelbar übernimmt die Mineralität die Federführung, steinwürzig Mineralität, wechselt sich mit erdwürzigen Noten ab, dazu grobes Steinsalz und eine feine tabakige Note, animierender Verlauf, der durchaus Zug am Gaumen zeigt, aber auch herrlich beschwingt anmutet, sehr langer und verspielter Nachhall. Ein echtes Erlebnis.
95/100, jetzt bis 2024

Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg, 2004

5,3 g/l Zucker, 7,1 g/l Säure, 13,1 % vol

In der Nase ein Feuerwerk aus Mineralität: Feuerstein, Basalt, Schiefer, Tabak, dazu glacierte rote Äpfel, getrocknete Kräuter, alles präsentiert sich wie aus einem Guss und wechselt ständig seine Betonung. Leider, leider präsentiert sich der Wein am Gaumen etwas anders, die Alkohol sticht heraus, die Frucht wirkt beschädigt und zurückgezogen der Verlauf, ich verspare mir die weitere Beschreibung, für mich ist diese Flasche leider nicht einwandfrei. Sehr schade, denn der 2004er-Schlossberg kann aus einer guten Flasche ein Erlebnis sein, was er in der Nase auch ankündigte. Daher keine Bewertung, aus Erfahrung aber jede Suche wert und dürfte jetzt auch sehr gut zu tinken sein, wobei der Wein noch viel Zukunft haben dürfte.

Georg Breuer Rauenthal Nonnenberg, 2003

keine Werte bekannt, 13,0 % vol.

Etwas gedecktes Bukett nach dropsigen gelben Früchten, Cassis, süßlicher Kakao, steinwürzige Anklänge. Am Gaumen recht dicht, saftiger Auftakt mit viel hochreifen Früchten mit Wachsüberzug, wirkt etwas kantig, aber auch erstaunlich frisch, die Säure sicherlich reif und eher mild, aber doch mit hinreichendem Spiel, es fehlt aber die übliche Tiefe, mittlerer Nachhall.
89/100, jetzt bis 2020

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Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg, 2003

keine Werte bekannt, 13,0 % vol.

Der 2003er präsentierte sich mit seinem typischen ungemein expressiven mineralischen Duft, Feuerstein, nasse Kieselsteine, Rauch, feuchtes Bügeltuch und Schiefer satt, dahinter rote Grapefruit und rote Äpfel. Sehr eigenständig. Am Gaumen von dichter Textur, ungemein saftiger Auftakt nach reifen Stein- und Kernfrüchten, erste Reifenoten, die Restzucker ist bestens in der Frucht integriert, cremige Textur aufgrund der reifen und milden Säure, auch hier wird die Frucht von einem intensiven mineralischen Geschmack begleitet, erinnert an Basalt, Rauch, erdwürzigen Noten, viel Schiefer, die Jugendlichkeit des Weines ist unglaublich, wirkt im hinteren Bereich fast noch ein wenig ruppig, immer noch Gerbstoffe schmeckbar, sehr gute Länge. Die Entwicklung dieses Rieslings wird spannend bleiben, denn eigentlich müsste er ob seiner niedrigen Säure und seiner hohen Extraktdichte schon längst schlapp gemacht haben.
92-94/100, jetzt bis 2021

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Georg Breuer Rauenthal Nonnenberg, 2002

6,5 g/l Zucker, 8,1 g/l Säure, 12,4 % vol.

Der 2002er präsentierte ein hochfeines und vollkommen reintöniges Bukett, es duftet nach einem Gebirgsbach in dem Kieselsteine liegen, dazu Essenzen aus Zitrusfrüchten, dunkle Beeren, jugendliche Steinfrüchte, feinster Tabak, frisch geschnitten Gräser, alle Bestandteile wirken fluide, dadurch immer neue Nuancen, grandioses Spiel, für mich geht es nicht besser. Am Gaumen auf vergleichbaren Niveau. Mittlere Dichte, bereits im Antrunk verwirrende Vielfalt von glockenklaren und hochfeinen Aromen, alles ist mit allem verwoben, die Frucht mit der Mineralität verwachsen, auf dem Tabakblättern liegen Salzkristalle, die Säure verleiht allem den nötigen Schwung, konsequent, feinsinnig und doch mit großer innere Festigkeit rauscht der Wein über meinen Gaumen und ist dabei vor allem eins: elegant. Dies ist schlichtweg ein großartiger Riesling, der als Referenz für diese Rebsorte gelten kann. Der Wein ist noch vollkommen jugendlich, selbst seine helle blasgelbe Farbe zeigt dies an. Hat erst soeben seine erste Trinkphase erreicht und hat noch ein langes und aufregendes Leben vor sich.
97/100, jetzt bis 2030

Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg, 2002

6,9 g/l Zucker, 7,8 g/l Säure, 12,4 % vol.

Dunkles Mineralität, Jod, Schiefer, Feuerstein und Grapefruit, dazu im Hintergrund etwas getrocknete Kräuter notiere ich mir zum dem Bukett des 2002er-Schlossberg. Am Gaumen dichter als der Nonnenberg, aber ebenfalls sehr reintönig, mit komplexer Fruchtaromatik, die Säure mit herrlichem Spiel, im weiteren Verlauf spielt die Mineralität groß auf, sehr fordernde Aromenvielfalt, noch viel Bewegung im Verlauf, wirkt fast noch jugendlich ungestüm, trotzdem lässt er sich jetzt schon gut trinken, ebenfalls noch vollkommen jugendlich, sehr langer und zwingend mineralischer Nachhall, ebenfalls ein großartiger Riesling, der aber noch etwas Reife benötigt.
93-95+/100, 2018 bis 2030

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Georg Breuer Rauenthal Nonnenberg, 2001

7,2 g/l Zucker, 7,1 g/l Säure, 12,3 % vol.

Für meine Nase und Gaumen etwas von schleichendem Kork beeinträchtigt, daher keine Wertung.

Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg, 2001

6,7 g/l Zucker, 6,9 g/l Säure, 12,6 % vol.

Ansprechend und ausdruckstarkes Bukett nach Basalt, Schiefer, feuchten Kieselsteinen, vegetabile Noten, erst dahinter zeigt sich eine scheue Steinfrucht. Am Gaumen von mittlerer Dichte, reife, saftige Pfirsiche im Antrunk, die agile Säure zeigt sich bestens mit der Frucht verbunden und sorgt für viel Trinkfluss, auch dieser Wein wirkt noch ungemein jugendlich, wozu auch die helltönige und betont steinwürzige Mineralität beiträgt, viel Zug und Frische, sehr langer und vielschichtiger Nachhall. Jetzt herrlich zu trinken.
91-92/100, jetzt bis 2023

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Georg Breuer Rauenthal Nonnenberg, 2000

6,7 g/l Zucker, 6,7 g/l Säure, 12,0 % vol.

In dem etwas verhaltenen Bukett finde ich eine blitzsaubere Rieslingfrucht, dazu steinige Mineralität, nicht ganz tief, dafür sehr feinsinnig und jugendlich. Am Gaumen ungemein frisch, im Auftakt viel Zitrusfrüchte, Melisse, getrocknete Kräuter, etwas Tabak, die Säure zeigt Spiel und bringt Schwung in den Verlauf, sehr balancierte und konsequenter Verlauf, wird hinten raus immer mineralischer, noch keinerlei Altersnoten zu vernehmen, unglaublich frisch, mit schöner Länge.
92/100, jetzt bis 2023

Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg, 2000

7,1 g/l Zucker, 8,9 g/l Säure, 12,0 % vol.

Schlichtweg grandios dann der 2000er-Schloßberg, der ein weiterer Beleg dafür ist, dass es weniger auf den Jahrgang ankommt, sondern was der Winzer daraus macht – natürlich nur in der Tendenz. In dem komplexen Bukett spielt die Mineralität ganz groß auf, neben den üblichen Schiefernoten, ein ganzer Korb voller Basaltsteine, Biskuit, feine röstige Anklänge und Kaffeenoten, dazu Kernfrüchte. Am Gaumen von mittlerer Dichte, noch sehr jugendlich und kompakt, im Antrunk fruchtig, erinnert an Zitrusfrüchte, Grapefruit, Schalen von roten Äpfeln, herrliche Saftigkeit, die sich über den gesamten Verlauf, getragen von einer reifen und lebendigen Säure, durchträgt, ab der Mitte gesellt sich dann noch eine Mineralität dazu, die ähnlich ausdrucksstark ist, wie in der Nase, der Nachhall ist sehr lang. Der Wein zeigt sich jetzt von seiner besten Seite und wird sich noch etliche Jahre auf dem Niveau halten.
94/100, jetzt bis 2023

D7012_RKW0481-1800

Georg Breuer Rauenthal Nonnenberg, 1999

7,6 g/l Zucker, 10,1 g/l Säure, 12,3 % vol.

Auch der 99er-Nonnenberg präsentiert einen immer noch jugendlichen Duft nach gelben Früchten, etwas rote Grapefruit, frisch geschnittene Gräser und Kräuter, erdwürzige Mineralität im Hintergrund. Am Gaumen unfassbar jugendlich, glockenklare Steinfrüchte, dazu Grapefruit und Anklänge von Cassis, die Säure fordernd, ja pikant, aber weil sie reif ist und mit der Frucht verbunden ist, lässt sie diesen Nonnenberg ungemein animierend über den Gaumen laufen, helle Tabakblätter, etwas Kaffee, erdwürzige Noten, ein Hauch Röstigkeit, alles glockenklar und frisch, ungemeiner Zug am Gaumen, sehr gute Länge. Wow!
93/100, jetzt bis 2025

Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg, 1999

6,9 g/l Zucker, 9,8 g/l Säure, 12,2 % vol.

Grandioses Bukett nach roten Beeree, allen voran Cassis, nasser Schiefer, Kieselsteine, weißer Rauch und etwas Nüsse und Petrol (von der Mineralität, kein Alterston), die Nase wird mit der Zeit immer tiefer und vielschichtiger. Am Gaumen von kraftvoller Struktur, dabei balanciert und beweglich, glockenklare, jugendliche Steinfrucht, die von einer Menge Tabakblätter begleitet wird, immer wieder blitzen rote Beeren auf, dazu Steinsalz, geröstete Mandeln, steinige Mineralität, auch hier die Säure pikant, ziehend am Gaumen, alles im ständigen Wechsel, fordernde Komplexität, ändert sich mit jedem Schluck, immens langer und mineralischer Nachhall. Das perfekte Ende der Probe dank dieses großen Berg Schlossberges.
95/100, jetzt bis 2025

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Text: Rainer Kaltenecker

Fotografien: Ralf Kaiser

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