Kraftakt Spätburgunder – Teil IV

Kraftakt SB 2013 Titel 1 (100 von 1)Es gibt Verkostungsnotizen, die liegen einem wie Blei auf der Seele. Als Schriftführer dieses Kraftaktes ließ ich mein kleines schwarzes Büchlein im Januar 2013 bei den Gastgebern liegen. Und wie es der Teufel aka Zufall wollte, dauerte es über ein Jahr, bis das Büchlein wieder zurück in meinen Besitz kam. Spätestens damit hatten die Notizen eigentlich nur noch antiquarischen Wert. Dass das Protokoll gleichwohl geschrieben werden sollte, stand für mich außer Frage. Allein, wann Zeit dafür finden…

Unsere Leser sind daher heute nicht minder herzlich dazu eingeladen, in diesem Altertümchen zu stöbern; da ich an diesem Abend viel mtgeschrieben hatte, fiel es nicht schwer, die Notizen nun doch noch “mit ein wenig zeitlichem Nachlauf” zu erstellen.

Da wir einige schöne Weine mit “Reserven” am Start hatten, lohnt es sicherlich auch heute noch… [weiter lesen!]

Peter Jakob Kühn Riesling Spätlese Oestrich Lenchen, 2005

Kuehn-Spaetlese-5

Die großen trockenen Weine von Peter Jakob Kühn sind bekannt und polarisieren stark. Die restsüßen Weine aber haben einen Ruf, über den wenig gestritten wird. Der Ausdruck des Kühn-Stils mit Restsüße kann enorm sein. Man trinkt so etwas viel zu selten. Umso erfreulicher, dass noch diese Spätlese aus dem Jahr 2005 in meinem Keller schlummerte. Aus einem diffusen Gefühl heraus — immerhin stammt sie aus einem heißen, säurearmen Jahr, zudem ist sie mit einem Schrauber verschlossen — entschied ich mich, den Sonntagabend mit mir zu verbringen. Und war überrascht.

Im Glas ein schon etwas dunkleres sattes Zitronengelb. Die Nase ist sehr fein mineralisch. An Aromen weiße Steinfrucht, vor allem Nektarinen, dazu frisch geschnittene grüne Kräuter und eine, nicht wie sonst geradewegs aus dem Glas strömende, sondern hier nun ganz feine Tabakigkeit — fast als wenn der Wein versucht, sie zu verbergen. Im Antrunk spürt man sofort den Jahrgang. Viel Extrakt, viel Konzentration, viel Restzucker. Der Wein rinnt opulent und süß über die Zunge. Die Textur ist viskos, die Steinfrucht wirkt ungemein reif und aromatisch, dazu gesellt sich eine helle Honignote. Auch die Kräuter werden kräftiger, sie nehmen jetzt Thymian-Noten an. Vor allem aber schlägt die Tabakigkeit voll zu. Der Wein macht unmissverständlich klar, was seine Herkunft ist. Man vermeint die Kräuter zwischen den Kühnschen Rebzeilen zu schmecken, und den Kamillentee, den der Winzer seinen Pflanzen reicht. Der Wein ist eigensinnig, vor allem durch die Herbheit, mit der die opulente Süße gepuffert wird. Die Säure ist reif und weich, sie spielt hier keine Hauptrolle. Das Spiel setzt sich mehr aus der kräuterigen herben Note und der Süße zusammen. Interessant ist auch, wie sich der Wein im Mund aufbaut, nach der Süße setzt er sich Stück für Stück zusammen, ab der Mitte strömt eine mineralische Frische aus ihm heraus und am Ende verabschiedet er sich mit einem kühlen Hauch. Obendrein ist erfreulich, dass die für eine solche Spätlese satten 10 Prozent Alkohol sensorisch überhaupt nicht auffallen. Insgesamt ist dieser Wein mit seiner süß-kräuterigen Art, seinen Muskeln, der hohen Konzentration und der sanften, aber deutlichen Mineralität kein Eleganzwein. Er ist ein Erlebniswein, der unbedingt als Solist getrunken werden möchte. Und zwar bald, es kann gut sein, dass er nicht noch besser wird.

Vom Weingut, 18,50 EUR, 91 Punkte (ausgezeichnet), jetzt ruhig trinken

Azienda Foradori Teroldego Vigneti delle Dolomiti IGT „Granato“, 1999

1999-FGDer Zufall bescherte uns diesen Wein ins Glas. Wir saßen in einem Restaurant und durchstöberten die Weinkarte, die einen wenig inspirierenden Eindruck hinterließ – fast jedenfalls, denn Foradoris einfacher Teroldego Rotaliano ist natürlich immer eine Option – und auf dieser Karte auch einer der wenigen Weine, der eine Versuchung wert gewesen wäre.

Leider kam auf unsere Order hin nur ein enttäuschtes “der ist aus” von der Kellnerin. “Aber ich hätte da noch einen Wein, außerhalb der Karte – ich muss nur den Chef mal fragen, was der kosten soll. Den Granato. Kennen Sie?” Nicken unsererseits. “Sie sind interessiert?”  Natürlich waren wir das. Und so kam dann dieser wunderbare Wein zu einem guten Kurs ins Glas…

Frisch aus der Flasche noch etwas verschlossen, entwickelte der Granato ab dem zweiten Glas eine wunderbar differenzierte und eher feminine Kirschnase mit komplexen Reife- und Holztönen (angedeutet Oliventapenade, etwas Leder, dazu eine wunderbar animierende Vollmilchschokolade vom Typ “herbe Sahne”), die zum Ende hin noch etwas Zigarrenkiste offenbarte. Dominierend aber die klare Kirschfrucht. Die Nase lies uns hoffen, einen feinen Wein in einem angereifen Zustand zu bekommen.

Und als echter “fine wine” präsentierte sich Foradoris Spitzengewächs an diesem Abend, ein wirklich feingliedriges Exemplar, das fast schon “burgundische Züge” und damit so gar nichts gemein hatte mit der etwas rusikaleren Art, die Teroldego Rotaliano oftmals zeigt:

Eine tiefe, pure Sauerkirscharomatik im Antrunk, weniger gereift als in der Nase, nämlich ohne tertiäre Alterstöne. Der Wein nimmt einen strukturierten, aber feinen Verlauf, mittlere Dichte, schöner tiefer Kirschausdruck, nur minimale und stimmige Fruchtsüße, dazu eine auf den Punkt sitzende Säure. “Wie elegant!” ist ein spontaner Kommentar am Tisch.

Auch als der Wein im zweiten Drittel würziger wird (Teroldego halt), verliert er nicht seinen eher zarten und durchgehend balancierten Charakter. Alkoholprobleme? Überkonzentrierte Schwere? Nicht in diesem Wein, seine 13 % sind nicht zu spüren. Perfekt gereifte Tannine, sie sind cremig (!) und fein gezeichnet, sie stützen die animierend leckere Sauerkirschfrucht, sind aber schon sehr, sehr weit abgeschmolzen, was das Trinken zu einem sinnlichen Vergnügen macht. Das Holzmanagement stimmt ohne Abzüge, man schmeckt den Holzkontakt kaum mehr heraus. Und dieser fast schon filigran verbundene Trinkfluss aller Komponenten setzt sich auch im nachhaltig langen, würzig kirschfruchtigen Finale fort und beschert uns einen harmonischen und zutiefst eleganten Tropfen.

Offen über den Abend mit durchgehender Freude getrunken. Diese Flasche hatte perfekte Trinkreife. Unser Dank geht an alle Gäste, die den einfachen Teroldego ausgetrunken haben…

Im Restaurant, 60 EUR, 93 Punkte (ausgezeichnet), jetzt bis 2016 trinken

Weingut Randolf Kauer Riesling Spätlese trocken Oberweseler Oelsberg, 2008

Kauer Oberweseler Oelsberg SL tr, 2008 (100 von 1)Sauberes und präzises mineralisches Bukett nach Kreidestaub und Schiefergestein, jugendliche, noch veschlossene weiße Pfirsiche, Anklänge nach grünwangigen Äpfeln, dahinter noch ein Hauch Gäraromen zu vernehmen, insgesamt eine herrlich feinduftige Blume. Am Gaumen von mittlerer Dichte, im Antrunk betont elegant, sehr jugendliche Steinfrüchte, die harmonische Ausgewogenheit aus Säure und Restsüße fällt unmittelbar auf, der Wein ist noch blutjung und besticht mit einer pikanten Säure, für einen Oelsberg echt erstaunlich. 2008 zeigt sich abermals als hochwertiges Jahr. Dieser Riesling bestätigt dieses Pauschalurteil gelungen, so tanzt er über den gesamten Verlauf überaus schwungvoll auf meinem Gaumen, sehr animierend zu trinken, herrlich mineralischer Biss, gelungenes, frisch-fruchtiges Finish. Ein Stein-Riesling von animierender Feinheit. Ein weiterer, überaus gelungener Wein von Kauer, der das Reifepotential von 2008 eindrucksvoll beweist. Viel Wein für wenig Geld.

Vom Weingut, 12,50 Euro, 88+ Punkte (sehr gut), jetzt bis 2021

Rudi Pichler Grüner Veltliner Federspiel, 2011

2011-RPGVF“Viel Wein für wenig Geld” schrieb Rainer jüngst über Rudi Pichlers GV-Federspiel aus dem Jahrgang 2013.

Dem kann ich mich bezüglich der Ausführung 2011, die ich vor 2 Wochen geöffnet habe, durchaus anschließen:

Mit goldgelben Reflexen kommt der Wein ins Glas. Seine Nase fruchtbetont, eine satte birnig-melonige Frucht hat er, dazu Orangenblüte und eine feine vegetabile Würze – nur eine Nuance weißer Pfeffer. Recht voller Antrunk für ein Federspiel, betonte Fruchtigkeit ohne schwülstige Cremigkeit, eher weiche Säure; erst im weiteren Verlauf meldet sich seine Würzigkeit, die dem Wein straffere Züge verleiht. Saftig-würziger Stil, die Früchte aus der Nase finden sich auch im Mund aromatisch wieder.

Der in der Flasche verbliebene Restschluck zeigte sich am übernächsten Abend noch etwas betont würziger, die Frucht stand hier nun weniger im Vordergrund – was den Wein noch attraktiver machte. Gewiss, richtige Tiefe kommt auch mit dieser zusätzlichen Belüftung nicht auf, aber der Wein ist auch ohne Fokussierung ein im besten Sinne “Trinkwein mit sehr guten Anlagen”.

Aus dem Fachhandel, 11 EUR,  85 Punkte (sehr gut), jetzt bis 2016

Frisch verkostet — 5 Weine jenseits des Beuteschemas

Beifang beim Weinkauf — das ist ein Phämomen, das es ganz sicher schon so lange gibt wie die ersten guten Weinhandlungen. Man kennt das — da geht man bzw. klickt man sich zum Händler seines Vertrauens mit dem Vorsatz, eine ganz bestimmte Flasche zu kaufen. Und hinaus geht man mit einem bunten bis zuweilen schrägen Strauß an Weinen, die einen einfach zu charmant angelacht haben. Die Neugier obsiegt, die Vernunft wird zurecht gedreht, der Beifang wird in den Keller eingefahren. Ein Mancher wird solche Flaschen geheim halten. Wir aber bekennen uns dazu. Aus diesem Grund treffen wir uns regelmäßig, um den Beifang wegzutrinken, was uns nicht selten glücklich macht. So wie vor drei Tagen, als wir uns zum Thema »Rebsorten, die wir höchstens erst einmal in diesem Jahr im Glas hatten« trafen. Verkostet wurde wie immer blind als Ratespiel.

Trockene Schmitts Gewürztraminer trocken Randersackerer Lämmerberg, 2012

Und da war er schon, der Gewürztraminer, eine äußerst beliebte, aber gefährliche Rebsorte unter den selten getrunkenen Weinen. Das Erkennen war nicht schwer, die Verortung gelang uns aber überhaupt nicht. In der Nase ist sie da, die typische gelbfleischige Note — die Frucht wirkt aber frisch, die Nase ist fein, überhaupt nicht überbordend, mehr florale als Lychee-Aromen, dazu viele frisch geschnittene Kräuter. Im Mund knochentrocken, aber mit viel Frucht und einer ordentlichen Kraft, die er sehr gut verpackt; sehr schöne Nase. Traminer kann das, schwer sein und trotzdem frisch. Nicht nur in Südtirol. Auch in Franken. Schöner, etwas spezieller Essenswein. (86 Punkte)

Henri Badoux Aigles les Murailles Aigle Vaud Suisse, 2012

Jetzt wurde es schwieriger. Im Glas selbst sowie auch von der Aufgabe her. Wir konnten das Rätsel dann doch noch knacken und fühlten uns ganz kurz unbeschreiblich kompetent. Chasselas vom Genfer See. Für mich eine Entdeckung, was diese Rebsorte schaffen kann. In der Nase buttrige Birne, Melone und etwas grüne Zitrusnoten. Im Mund dann eine opulente geschmackvolle gelbfleischige Frucht, dazu Melone, etwas Sellerie, etwas Fenchel, floral-kräuterig bis leicht lakritzig, sehr lecker. Obgiech wenig Säure, hat der Wein Spiel und genug Frische. Hinten ist er sogar richtig lang. Sehr dicht und konzentriert. Das leere Glas duftet wie eine Naturkerze. (89 Punkte)

Jamek Weißburgunder Smaragd Ried Hochrain, 2008

Sämtliche Begeisterung über unsere Expertise wurde dann mit dem nächsten Wein gleich wieder zum Erliegen gebracht. Wir schafften es nicht mal, im Entferntesten seine Spur aufzunehmen. Was da im Glas war, gefiel uns aber verdammt gut. In der Nase eine duftige, vielschichtige Frucht, unreife Aprikose, eingelegte Stachelbeeren, reife Zitrone, dazu duftige Kräuter, etwas Waldmeister. Im Antrunk dann eine breite, reife, getrocknete bis kandierte, delikate Zitrusader, vor allem Aromen von Blutorange und Pampelmuse, eine schöne herbe Note, reife Säure, leichte biskuithafte Reifetöne und unter allem eine starke mineralische Unterlage. Ein begeisternder, wenn auch nach unserer Erfahrung sehr untypischer Weißburgunder. Wer davon etwas im Keller liegen hat, sollte das bald aufziehen. (90 Punkte)

Umathum Zweigelt Ried Hallebühl, 2006

Nun wurde auf Rotwein umgeschwenkt. Den Anfang machte ein leicht erkennbarer Österreicher mit der Wacholderigkeit, Pimentigkeit und Würzigkeit eines Blaufränkisch, der sich aber dann doch als Zweigelt herausstellte. Der Wacholder aber stimmte, denn, so sagt Josef Umathum, schmeckt ganz einfach die Lage selbst so — in jedem Wein, den man darauf anbaut. In der Nase also Wacholder, dazu Veilchen, Kirschkerne, Piment, ein tiefer mineralischer Zug und einige Kraft. Auch im Antrunk vor allem Wacholder, dann eine breite Spur Graphit, ganz viel Bleistift, eine fast schmierige Mineralität, sehr herb, aber nicht bitter, röstig, kräftig, schöne Tiefe für einen Zweigelt. Insgesamt also — tatsächlich — ein Wacholderwein, der auch noch gut weiter reifen kann. (88 Punkte)

Terredora Taurasi Riserva DOCG CampoRe, 2003

Am Ende des Line-ups nun das schwerste Geschoss, das beim Einkauf eigentlich leider ein Unfall war. Gewünscht war eigentlich ein Aglianico mit weniger Holz, bei dem die rote Würze, Pikanz und Salzigkeit der Rebsorte richtig zum Vorschein kommt. Nun kam in der Flasche aber ein Riserva, der 30 Monate in neuen Fässern gelegen hat. Egal, wir verschoben das Rebsorten-Erlebnis und fügten uns schwere Opulenz zu. Erkannt haben wir zumindest Süditalien. Das Zuordnen von Rebsorten in süditalienischen Riservas sollte man dann besser echten Masters of Wine überlassen. Und sich dem Spaß am Wein hingeben: In der Nase Amarena-Kirschen, Marzipan, Zigarrenkiste, deutliche, aber gereifte Holznote. Im Antrunk vor allem ein Auftritt angetrockneter Kirschen, etwas dunkle Erde, Tabak, sehr kräftig, rustikal, aber mit Spiel und Länge, die Rotwürzigigkeit kommt durch, dazu eine vitale angereifte Säure. Insgesamt ein bereits ansatzweise komplexer Wein mit sehr schönem Holzeinsatz und gutem Abgang, aber noch kirschig-kernig jung. Der Wein will weiter in Würde reifen. (89+ Punkte)

Keller Riesling Spätlese trocken S, 2001

Gerade an ungewissen Weinabenden sollte der Reparatur-Riesling bereitstehen. Und obwohl es zu keinem Notfall kam, wurde er trotzdem geleert. In der Nase eine blitzsaubere sehr schön gereifte Steinfrucht, eine kreidig-sandige Mineralität; Kräuterigkeit, Geschmack von kalter Cola, dazu eine reife gelbe Frucht. Der Wein steht nach 13 Jahren noch super da. Die Säure ist wunderbar reif, der Wein bleibt hinten tänzelnd leicht. Ein wunderbarer Repräsentant, der zeigt, was die Spätlese und der ganz klassische deutsche Rieslingstil kann. Auch wenn man fairerweise erwähnen muss, dass diese Spätlese auf dem heiligen Boden der Westhofener Aulerde gewachsen ist. Der Wein stammt interessanterweise aus dem ersten Jahr unter der Leitung von Klaus-Peter Keller. Und da war er auch schon gut. (89 Punkte)

Domaine de Montille Pinot Noir Pommard 1er Cru Les Grand Épenots, 2009

Montille Pommard Grands Epenots, 2009 (100 von 1)Brilliant funkelndes Kirschrot, herrlich durchscheinend. In der Nase klar, dominiert von dunkler Frucht, vornehmlich Brombeeren und Himbeeren, für einen derart jugendlichen Pinot Noir zeigen sich die Faßaromen nur sehr dezent, gut mit der Frucht verwoben, auf seinem Höhepunkt in 10  Jahren wird dann nur die pure, dunkle Frucht der Cote de Beaune verblieben sein, im Hintergrund Kräuter, eine Ahnung Staudensellerie. Am Gaumen von mittlerer Dichte, im Antrunk liegt die dunkle Frucht satt auf dem Gaumen, Pflaumen, Schwarzkirsche, Brombeeren, etwas Wachholder steigen retronasal empor, sehr sauber gezeichnet, ja von nobler Güte, für einen Montille bereits erstaunlich zugänglich, die Tannine sicherlich noch zu präsent, aber keineswegs harsch, oder garstig, der Wein entwickelt sich am Gaumen durchaus kräftig, entspricht daher den Erwartungen an den Jahrgang, gerät aber nicht aus den Fugen, die Säure zeigt sich an der richtigen Stelle, passt also zum Fruchtanzug, insgesamt ein stimmiger Verlauf, im hinteren Verlauf noch verschlossen, es tauchen herbe, uncharmante Kräuter  auf,  die Frucht zieht sich zu, mittlerer Nachhall. Meines Ermessens nach dürfte sich der Wein in 10 Jahren harmonisch entwickelt haben, aber seine Güte zeigt er heute bereits. Ein kräftiger Vertreter des Burgunds, eben typisch Pommard, dafür untypisch trinkig in der Jugend insbesondere für einen Montille.

Vom Fachhandel, 79 Euro, 90-91+ (ausgezeichnet), jetzt bis 2030